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Den Spiegel vorgehalten

Martin Wehrle sprach so manche unbequeme Wahrheit aus

Siegen, 12. September 2012 - „Ich arbeite in einem Irrenhaus!“. Deutschlands bekanntester Kariere- und Gehaltscoach, Martin Wehrle, hatte den Wirtschaftsjunioren im Lyz zu diesem Thema eine Menge zu sagen. Wehrle selbst sei Führungskraft in einem Konzern gewesen, auch in Chefetagen sei er alles andere als unumstritten. Gerade dies sei der besondere Reiz gewesen, den Bestsellerautor nach Siegen einzuladen, meinte Dirk Helmes, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren.


Martin Wehrle

Locker vom Hocker ließ Martin Wehrle seine zahlreichen Zuhörer wissen,
dass der Weg zu einer modernen Unternehmenskultur nur über die Erkenntnis führe, dass ohne Mitarbeiter als wichtigstem Kapital eines Unternehmens nichts gehe. Dazu bedürfe es nicht selbstgerechter
und alles schön redender Chefs, sondern einer Informationskette
von der Produktionsebene nach oben und umgekehrt. Es sei erschütternd, wenn Mitarbeiter bisweilen auspackten und so die Fassade so mancher Unternehmen bröckeln ließen.

Die Zaubermittel für ein gut geführtes Unternehmen seien ganz simpel: Vertrauen schenken, zur Motivation der Mitarbeiter anstelle von Manipulation beitragen, Anerkennung zollen, auftretende Konflikte unter Einbeziehung der Betroffenen produktiv nutzen und Potenziale der Mitarbeiter richtig einzusetzen. Das Zukunftsmodell eines gut funktionierenden Unternehmens bedeute, dass eben alle in einem Boot säßen und auch in dieselbe Richtung ruderten. Den Betriebsrat sollten Chefs, so empfahl Wehrle, nicht als Bremsklotz in einem Unternehmen zu sehen, sondern als Motor.

Negative und positive Beispiele nannte der Buchautor: Es gehe nicht an, dass Finanzminister Schäuble einen Mitarbeiter öffentlich abkanzle. Kritik gehöre in ein Vieraugengespräch, Lob aber ruhig auch in die offene Runde, forderte Wehrle. Den richtigen Riecher hätten die Verantwortlichen bei Franz Beckenbauer gehabt, in dem sie den weniger erfolgreichen Flügelstürmer als Libero aufgebaut und damit zum leistungsstarken
Fußballstar gemacht hätten.

Auch Warnsignale zeigte Wehrle auf: Wie verhält sich der Unternehmer gegenüber seiner Sekretärin? Welchen Eindruck hinterlassen die Mitarbeiter und wie verhalten sie sich nach Betriebsschluss? Die größten Fehler eines Unternehmens seien Heuchelei, Profitsucht, Egozentrik und Dilettantismus, so Wehrle. Auch auf Fragen aus dem Plenum ging der Referent locker ein, wusste auf jede Frage eine passende Antwort. Ein interessanter aber auch zugleich unterhaltsamer Abend.

Quelle: Siegener Zeitung

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