Mittwoch, 08.09.2010

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Bewerbungs-TÜV

Bewerbungs-TÜV am Berufskolleg

 

Siegen, 5. Oktober 2009 - Traurig, aber wahr: Ein Großteil der Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz geht entweder ungelesen an den Absender zurück oder wandert auf den hohen Stapel mit den späteren Absagen. Die Gründe liegen teilweise an mangelnder Qualifikation der Bewerber, oft jedoch auch an fehlerhaften, schlecht aufbereiteten Bewerbungsunterlagen. Schülerinnen und Schüler der einjährigen Handelsschule des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Siegen erhielten daher im September Tipps, wie sie sich mit ihrer Bewerbermappe überzeugend präsentieren und den Personalleiter auf ihre Person neugierig machen können. Als Gutachter fungierten die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen und damit Vertreter der heimischen Wirtschaft, die in ihrer Praxis regelmäßig mit der Auswahl geeigneter Nachwuchskräfte beschäftigt sind.


Arno Dienenthal gibt einer Schülerin ein Feedback zu ihrer Bewerbung

(Foto: Berufskolleg).

 

„Standardanschreiben ohne einen individuellen Bezug zur persönlichen Motivation und ohne konkrete Hinweise auf vorhandene Fähigkeiten und Erfahrungen langweilen nur“, meint Gesine Westhäuser, Leiterin des Arbeitskreises Schule-Bildung-Beruf der Wirtschaftsjunioren. Für den berühmten ersten Eindruck, der bereits mit den schriftlichen Unterlagen entsteht, gebe es keine zweite Chance. Der individuelle Anstrich hingegen mache die Darstellung der eigenen Person ansprechend und glaubwürdig, ergänzt Stephan Jäger, ebenfalls Wirtschaftsjunior. Wer jedoch denkt, er könne ruhig etwas dick auftragen, um Erfolg zu haben, wird enttäuscht: Die Menschenkenntnis der Personalverantwortlichen deckt die unehrlichen und unrealistischen Fakten spätestens im Vorstellungsgespräch auf.

 

Stephan Jäger im Gespräch mit einem Schüler


Alle Schülerinnen und Schüler erhielten ein individuelles Feedback zu ihren Unterlagen, angefangen bei der Rechtschreibung über den Sprachstil bis hin zu inhaltlichen Aspekten. Die Basis für gute Chancen in einem Auswahlverfahren legt ein Bewerber allerdings nicht erst mit den schriftlichen Unterlagen. Positive schulische Leistungen, praktische Erfahrungen mit Anforderungen der Berufswelt sowie ein gutes Sozialverhalten, das beispielsweise in der Ausübung von Ehrenämtern trainiert werden kann, sind Ergebnisse längerfristigen Engagements. Unentschuldigte Fehlstunden und unterdurchschnittliche fachliche und persönliche Leistungen bedeuten hingegen in der Regel das Aus im Bewerbungsverfahren.

„Es wirkt einfach authentischer, wenn ein Personalverantwortlicher das schriftliche Auftreten eines Bewerbers kritisiert, als wenn wir Lehrer dies gebetsmühlenartig predigen“, meint Antje Schneyer, Koordinatorin am Berufskolleg. Für das Berufskolleg stellt die Besprechung der Bewerbermappen einen wichtigen Baustein in seiner Konzeption der Berufsvorbereitung dar. Neben einem Projekttag im August, der sich mit allen Phasen eines Auswahlverfahrens auseinander setzt, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Besuchs des Theaterstücks „Hey Boss“, einem weiteren Projekt der Wirtschaftsjunioren, noch einmal speziell mit den Tücken im Vorstellungsgespräch.

   

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